Fugger und Welser

Fugger – die andere Seite (2017)

Die Fugger begegnen uns in und um Augsburg immer wieder. Von München aus gelangt man mit dem „Fugger-Express“ der Deutschen Bahn in die „Fuggerstadt“ Augsburg. Dort trifft man neben der Fuggerstraße und dem Fuggerplatz auf das Fugger und Welser Erlebnismuseum und die Fuggerei. Was uns jedoch nicht begegnet, ist eine kolonialkritische Auseinandersetzung mit der Fuggerschen Geschichte. So haben wir uns, ausgehend von der stets positiven Präsenz der Fugger, die folgenden Fragen gestellt: Wie werden die Fugger heute dargestellt und wie kann diese Sichtbarkeit aus postkolonialer Perspektive bewertet werden? In der Nicht-Auseinandersetzung mit dem kolonialen Aspekt der Fugger-Geschichte sehen wir eine Verdeckung und Bagatellisierung der deutschen Kolonialgeschichte und somit gleichzeitig eine selektive Weiße Weitergabe. Die Aufdeckung und Dekonstruktion kolonialer Denkmuster und Weißer Geschichtsschreibung soll daher Aufgabe dieses postkolonialen Projekts sein.


Fugger- und Welserstraße dekolonisieren

fuggerandwelserstraße

>>Die Straßennamen sind dabei symbolische Manifestationen jener Ideologie, die dem Kolonialismus als Legitimation diente, und vor allem durch ihre unhinterfragte Unangetastetheit Zeichen des bis heute gegenwärtigen Rassismus (vgl. Aikins/Hoppe 2015: 521). Durch die Verdrängung und Verdeckung der kolonialen Verstrickungen der beiden Handelshäuser und der gleichzeitigen Um_Benennung von Straßen nach ihnen, erfolgt eine Darstellung und Glorifizierung der beiden Familien als große und unfehlbare Kaufleute.<<


Nicht alles was glänzt, ist sauber (2015)

 

von Jan-Luc Treumann / Homestory Augsburg

>>Friedensstadt, Geburtsort von Bert Brecht und Sitz der ältesten Sozialsiedlung der Welt, so präsentiert sich Augsburg gerne. Man ist stolz auf die bekanntesten Familien der Stadt – die Fugger und Welser, schmückt sich mit ihnen und sonnt sich in ihrem Glanz. Doch es gibt Kapitel in deren Geschichte, die wenig herausgestellt werden, so beispielsweise die Rolle der Welser im Kolonialismus des 16. Jahrhunderts. Hervorgehoben wird zwar von einigen Autoren die wichtige Vorreiterrolle, die die Welser damals gespielt haben, doch wird z.B. der Sklavenhandel, an dem die Welser beteiligt waren, gerne unter den Tisch gekehrt.<<

 

 

 

 

 

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