Augsburg im postkolonialen Blickwinkel

Die Fugger begegnen uns in und um Augsburg immer wieder. Von München aus gelangt man mit dem „Fugger-Express“ der Deutschen Bahn in die „Fuggerstadt“ Augsburg. Dort trifft man neben der Fuggerstraße und dem Fuggerplatz auf das Fugger und Welser Erlebnismuseum und die Fuggerei. Was uns jedoch nicht begegnet, ist eine kolonialkritische Auseinandersetzung mit der Fuggerschen Geschichte. So haben wir uns, ausgehend von der stets positiven Präsenz der Fugger, die folgenden Fragen gestellt: Wie werden die Fugger heute dargestellt und wie kann diese Sichtbarkeit aus postkolonialer Perspektive bewertet werden? In der Nicht-Auseinandersetzung mit dem kolonialen Aspekt der Fugger-Geschichte sehen wir eine Verdeckung und Bagatellisierung der deutschen Kolonialgeschichte und somit gleichzeitig eine selektive Weiße Weitergabe. Die Aufdeckung und Dekonstruktion kolonialer Denkmuster und Weißer Geschichtsschreibung soll daher Aufgabe dieses postkolonialen Projekts sein.

fuggerandwelserstraße

> Die Straßennamen sind dabei symbolische Manifestationen jener Ideologie, die dem Kolonialismus als Legitimation diente, und vor allem durch ihre unhinterfragte Unangetastetheit Zeichen des bis heute gegenwärtigen Rassismus (vgl. Aikins/Hoppe 2015: 521). Durch die Verdrängung und Verdeckung der kolonialen Verstrickungen der beiden Handelshäuser und der gleichzeitigen Um_Benennung von Straßen nach ihnen, erfolgt eine Darstellung und Glorifizierung der beiden Familien als große und unfehlbare Kaufleute.<<

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>Was ist Schwarz? Was ist Weiß? Was ist Deutsch? Wo sind die blinden Flecken der Augsburger Kolonial- und Migrationsgeschichte? Der Blog ‚Homestory Augsburg‘ beschäftigt sich mit genau diesen Fragen. Er ist ein studentisches Projekt und fungiert als Begleitpublikation zur Ausstellung ‚Homestory Deutschland. Schwarze Biografien in Geschichte und Gegenwart‘, die vom 9. bis zum 26. Juni in der Neuen Stadtbücherei Augsburg zu sehen ist.<<

> Von den Römern über die Fugger und Welser bis hin zur Konsumwelt der Gegenwart ist Augsburg immer wieder Schauplatz kolonialer Einflüsse und Auswirkungen. Der
Rundgang will globale wirtschaftliche und politische Zusammenhänge deutlich machen und Stadtgeschichte aus einer etwas anderen Perspektive beleuchten. Auf den Spuren nachhaltiger Einkaufsmöglichkeiten zeigt er auch Alternativen rund um den Fairen Handel auf und stellt engagierte Initiativen vor.<<

ausführliche Inhalte siehe Augsburg Wiki: Kolonialgeschichtlicher Stadtrundgang

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