Filmabend & Performance: Bushfallers & Sturmflut der Mikilisten (24.11)

English below. 

Augsburg Postkolonial und das Grandhotel Cosmopolis laden im Rahmen der Afrikanischen Wochen 2018 und der Linken Einführungswochen Augsburg herzlich ein:


1. Film und Filmgespräch

mit Produktionsleiter Mbuh Blaise Baneh am 24.11, 19.00 Uhr im Grandhotel Cosmopolis im Rahmen der Afrikanischen Wochen (Eintritt auf freiwilliger Basis 0 € | 8 € | 16 €).

„Bushfallers“ ist in Kamerun eine umgangssprachliche Bezeichnung für jene, die in ein industrialisiertes Land ausgewandert sind. In Kamerun gibt es keinen Krieg. Trotzdem wollen viele junge Menschen das Land verlassen und in Europa ihre Träume erfüllen.

  • Was motiviert diese jungen Menschen und welche Vorstellungen von Europa stehen dahinter?
  • Welches Europa finden sie letztlich in der Realität vor?

Die vier Filmemacher aus Kamerun und Deutschland gehen in ihrer Dokumentation der Frage nach dem Warum nach und lassen in ihrer einstündigen Interview- Dokumentation Ausgewanderte zu Wort kommen.

Trailer: hier (Facebookseite des Films)

2. Performance: Sturm der Mikilisten

durch das deutsch-kongolesische Duo Mukenge/Schellhammer:

Sie beschäftigen sich mit interkulturellen Kontexten zwischen Europa und Afrika. Dabei geht es nicht um politische Korrektheit oder Aufklärung, sondern um subjektive Perspektiven, populäre Stereotypen, Missverständnisse.

«Grand prêtre Mikiliste» ist im Kongo eine Bezeichnung für Kongolesen, die nach Europa gereist sind, die die Welt gesehen haben und vermeintlich mit viel Geld nach Kinshasa zurückkehren. Im Heimatland werden sie als große Priester gefeiert, die Zugang zum gelobte Land Europa haben, die dadurch „im Niveau gestiegen“ sind. Auch in der postkolonialen Zeit sind die Reste von sozialpsychologischen Konstruktionen der Vergangenheit spürbar. Frantz Fanon nennt sie reaktive Psychosen, die psychischen Überbleibsel von Machtstrukturen, die sich in Verhaltens-,Umgangsweisen und Vorstellungen äußern. Fanon konstatiert bereits 1960, dass „von der dritten Welt wie von einer Sturmflut gesprochen wird, die ganz Europa zu verschlingen droht“ (Fanon, 1961), was an die aktuelle Rhetorik der europäischen Flüchtlingsdebatte erinnert. Afrikanische Identität wird entmenschlicht – die Performance „Sturmflut der Mikilisten“ stellt dem eurozentrischen Blick einen afrikanischen Blick entgegen, beide Blickwinkel vermischen sich, stiften Verwirrung, erzeugen Dialoge und schaffen Platz für Neues.


1. Movie and Discussion

Augsburg Postkolonial, Afrikanische Wochen and Grandhotel Cosmopolis invite you to their movie screening with the documentary Bushfallers – a Journey of Chasing Dreams. Narrator and Production Manager Mbuh Blaise Baneh will be there to answer your questions afterwards: 24/11/2018, 7pm, movie is in English and German with English subtitles (voluntarly entry fee 0 € | 8 € | 16 €).

„Bushfallers“ is a Cameroonian slang word for someone who has traveled to an industrialized country. For many people the term comes along with honor and wealth. The four filmmakers from Cameroon and Germany set out to find out why many young people want to leave their home country to chase their dreams in Europe.

  • What motivates them and which images of Europe do they have?
  • And what does the reality look like that they encounter in Europe?

🎬Großartige Neuigkeiten / Awesome news! BUSHFALLERS – A JOURNEY OF CHASING DREAMS is in the official selection of the Global Migration Festival 2018! 🎬

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2. Performance: Sturm der Mikilisten

with German-Kongolese Duo Mukenge/Schellhammer:

They work out intercultural contexts between Europe and Africa. It is not about political correctness or enlightment but about subjective perspectives, popular stereotypes and misunderstandings.

«Grand prêtre Mikiliste» is a title for Kongolese persons who went to Europe and go back to Kinshasa with – alleged – a lot of money. In their homecountry they are celebrated as big priests who have contact to the praised Europe and who therefore „raised in their social level“. Also in these postcolonial times there are relicts of the past: Frantz Fanon calls them reactive psychosises, those psychic relicts of structures and relations of power that show in ideas and behaviour. Fanon said – already in 1960 – that „Europe talks about the third world as a storm flood that is going to devour Europe“. This rhetoric reminds about the European debates on refugees. African identiy is de-humanized – the Performance „Sturmflut der Mikilisten“ puts an African view against the eurocentric view, both perspectives mix up, create chaos, engage dialogues and make space for new.


Wir freuen uns auf euch und tolle Gespräche :* !

We are looking forward to you and great conversations :* !

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