Draußen vor der Tür: Sicherheit(-sfiktionen) im Nachtleben

Unser Beitrag zur 1. Augsburger Sicherheitskonferenz

Beim Feiern markiert die Eingangstür zum Club eine wichtige Grenze: wer darf rein, wer nicht? Und warum? Sorgen Türsteher*innen für Sicherheit, und wenn ja, wie? Oder bleibt die Gerechtigkeit hier aufgrund von rassistischem Ausschluss auf der Strecke?
Diese und weitere Fragen diskutieren wir mit euch und unseren Gästen:

  • Dr. des. Christine Preiser, Soziologin an der Universität Augsburg: Forschung zum Berufsfeld der*s Türsteher*ins
  • Hamado Dipama, Vorstand Rassismus- und Diskriminierungsfreies Bayern e.V.: hat vor etwa 5 Jahren Klage gegen Münchener Clubs aufgrund rassistisch-motivierten Ausschluss eingereicht und in Teilen Recht erhalten
  • Christoph Achzenik, Vorstand der Club-und Kulturkommission Augsburg e.V.
  • Hanna Knop, Stadtjäger Augsburg
  • Türsteher*in (angefragt)

Moderiert von Tülay Ates-Brunner. Herzliches Dankeschön an dieser Stelle für die großzügige Unterstützung dieser Veranstaltung durch das Büro für Migration, Interkultur und Vielfalt (Stadt Augsburg) ! 🖤

Plakat Perspektivenaustausch.jpg

 

Die Vorfreude ist riesengroß, denn es gibt tausend Dinge zu erleben auf dem Festival der Solidarität:

Auftakt

  • „Zuflucht findet Stadt“ – Zu den Möglichkeiten einer Stadt als migrationspolitisches Aktionsfeld (Vortrag und Diskussion) Solidarische Stadt Augsburg & Augsburger Flüchtlingsrat, Prof. Dr. Albert Scherr
  • Pre-Crime: Doku über Predictive Policing und die Gefahren der Nutzung von Data durch Sicherheitsbehören (Film und Diskussion) Solidarische Stadt Augsburg, Regisseur Matthias Heeder

Freitag – 29.06 

  • Eröffnung der 1. Augsburger Sicherheitskonferenz
  • Jesus Jackson & die Grenzlandreiter: Lieder für unheimlich sichere Zeiten (Konzert)
  • STREET CINEMAUX: Short ´n Secure! Kurzfilme zum Thema Sicherheit (Openair Kino)
  • AG Mutual: Kegelbahngespräch: Was macht uns sicher? Kritische Perspektiven auf Polizei und Gefängnis… und darüber hinaus
  • Rhytm Police: Disco Punk Elektronic Dub (Konzert)

Samstag – 30.06 

  • Akrobatikgruppe Hochstapler: Performance
  • Akrobatikgruppe Hochstapler: „Ohne Netz und doppelten Boden“ (Workshop)
  • Referat für Gender und Gleichstellung, Uni Augsburg: Sicherheit im Augsburger Nachtleben und gewaltfreies Miteinander (Vortrag)
  • Stadtjugendring: Jugend im öffentlichen Raum – Nutzungsformen und Spannungsfelder aus Sicht der Jugendarbeit / Streetwork (Vortrag)
  • Augsburger Flüchtlingsrat: Kein Lager! Nirgends! (Podiumsdiskussion)
  • Tamara Banez: Politische Singer-Songwriterin* aus München (Konzert)
  • Der Laute Gast: Rap (Konzert)
  • Der Eulenspiegel: Funky Bläsershit aus Augsburg (Konzert)
  • Fuckadelica: Alternative, Indie, Punk, Rock, Beats & Hops (DJ*ane)
  • The Raging Turntable: Protopunk, 70s Punk und Post-Punk (DJ*ane)

Sonntag – 01.07

  • Ende Gelände: Auf gehts! Ab gehts! Ende Gelände! Klimagerechtigkeitsbewegung bisher und praktische Perspektive für Augsburg (Vortrag)
  • Bernhard Offenberger, evangelischer Pfarrer und Friedensstifter-Trainer: „Friedenspädagogik“: Gewalt deeskalieren, Konflikte bearbeiten (Workshop)
  • Die Bunten: Sprühspaß zum Mitmachen
  • Festivalausklang: Mit solidarischem Picknick

ausführliches Programm hier.

Warum brauchen wir die 1. Augsburger Sicherheitskonferenz- Ein Festival der Solidarität?

Wir alle wollen sicher leben. Wir wollen nachts ohne Angst durch dunkle Gassen gehen, selbst wenn wir betrunken sind und auch dann wenn wir nicht männlich, weiß und heterosexuell sind. Wir wollen ohne Belästigungen und Beleidigungen durch den Alltag kommen, selbst wenn unsere Haut schwarz ist oder wir im Rollstuhl sitzen. Wir stehen darauf, dass wir ver­sichert sind, – ja wirklich! -, weil wir gerne gesund sind und von guten Ärzt*innen kostengünstig behandelt werden. Wir finden gut, wenn unsere Arbeit gerecht entlohnt wird, das  ließe uns zuversichtlicher in die Zukunft blicken.

So zuversichtlich sind wir aber nicht. Die Welt ist nicht sicherer geworden. Es ist deshalb mal Zeit, die gängigen Strategien und Methoden, Sicherheit herzustellen, zu hinterfragen.

Polizei und Militär, Grenzsicherung und Gesichtserkennungssoftware sind Manifestationen eines staatlichen Sicherheitsversprechens und ermöglichen gleichzei­tig spezifische Formen von Gewalt und Ausgrenzung.

Überwachungskameras und Ordnungsbeamte, Aufenthaltsverbote und Regeln zur Platznutzung sollen städtische Sicherheit herstellen und sind dabei auch ein Eingriff in die Autonomie der Menschen, die in einer Stadt leben.

Wir wollen versuchen, neue solidarische Antworten auf alte und neue Sicherheitsfragen zu geben. Geht meine Sicherheit auf die Kosten anderer? Dienen die Grenzzäune um Europa der Sicherheit aller? Trifft es zu, dass die Anwesenheit von mehr Polizist*innen die Sicherheit verbessert? Sind alle gleichermaßen sicher? Wie schaffen wir gemeinsam und für alle Sicherheit?

Es sind unsere Städte, es sind unsere Handlungs- und Bewegungsfreiheiten, die verregelt, abgeriegelt und kontrolliert werden. Man sagt uns, wo wir sitzen und ratschen dürfen; auf welchen umständlichen Wegen wir Rad fahren und vielleicht sogar bald, ab welcher Temperatur wir uns einen Schal ums Gesicht wickeln dürfen.

Urban Gardening, Initiativen zur freien Solidarität, Betreuung von Flüchtlingskindern, Tauschringe, Volksküchen, freie Theatergruppen, autonome Freiräume, anti­rassistische, antisexistische Initiativen, subkulturelle Räume, Wohnraumprojekte, Umweltschutzinitiativen, Initiativen der solidarischen Ökonomie tragen alle zur Sicherheit einer Stadt bei.

 

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