Decolonize Filmreihe: Concerning Violence

Am 08.05 zeigen wir, gemeinsam mit dem Kino zum Denken – Uni Augsburg, den Film Concerning Violence – eine Filmcollage zu antiimperialistischen Widerstand und Entkolonialisierung Afrikas mit Zitaten aus Frantz Fanons „The Wretched of the World“.

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Der Dokumentarfilm setzt sich mit den afrikanischen widerständigen und emanzipatorischen Befreiungsbewegungen der 60er, 70er und 80er Jahre auseinander. Unterlegt ist historisches Originalfilmmaterial aus dem schwedischen Filmarchiv mit Auszügen aus Frantz Fanons Werk „Die Verdammten dieser Erde“. Die Texte Fanons bieten eine theoretische Analyse der Macht-und Herrschaftsmechanismen des Kolonialismus, die helfen können, koloniale Kontinuitäten zu erkennen und zu verstehen.


Filmkritik

Aufgrund der Originalfilmaufnahmen zeigen sich die Rohheit und politische Brisanz der Thematik eindrücklich. Kombiniert mit der Phrasierung Fanons machtvoller Worte durch Lauryn Hill, lösen sich die Inhalte  von ihrer Geschichtlichkeit und werden „anschlussfähig an die Gegenwart. In Kombination mit dieser Tonspur öffnet sich auch das Bildmaterial für Fragen nach seiner Aktualität. […] Besonders eindrücklich gelingt jedoch die Szene, in der Journalisten ein schwedisches Missionarspaar, das sich in Tansania niedergelassen hat, interviewen. Schon die ersten, noch harmlosen Fragen bringen das in weißem Sommerkleid und gebügeltem Karohemd gekleidete Paar in Bedrängnis. Welcher Religion die Menschen hier vor der Mission angehört hätten? Halt afrikanischen Religionen. Welche Auswirkungen die Mission auf die traditionellen Familienstrukturen gehabt habe? Polygamie hätten sie vor allem verbieten müssen. Wo in der Bibel stehe denn, dass Polygamie verboten sei? Ist das nicht eher ein europäisches, denn ein christliches Verbot? Schulterzucken, Ratlosigkeit. Als wäre die brutale Ignoranz des Paares nicht schon bewiesen, haken die Reporter noch einmal nach: Ob es stimme, dass im Dorf zuallererst eine Kirche errichtet werde, dann erst Schulen und Krankenhäuser? Ja, bestätigen die Missionare, Schulen und Krankenhäuser seien in jedem Fall nachrangig gegenüber dem Gotteshaus. Die Kamera filmt während des gesamten Interviews so, dass zwischen den zwei Weißen im Hintergrund stets ein schwarzer Arbeiter zu sehen ist, der ein Loch für die Fundamente ihrer Kirche gräbt.“ (Pilarczyk 2014)

 


Weitere Filme, die wir nur empfehlen können über die Geschichte des Kolonialismus  hier. Wir freuen uns auf viele Zuschauer*innen und können den Film nachdrücklich empfehlen!

08.05 concerning violence

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